Demenz verändert Gedächtnis, Orientierung und Selbstständigkeit. Bewegung kann die Erkrankung nicht heilen. Sie kann aber Mobilität, Kraft, Tagesstruktur, soziale Teilhabe und Wohlbefinden unterstützen – besonders, wenn das Angebot vertraut, einfach und sicher gestaltet ist.

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen. Symptome und Verlauf unterscheiden sich. Was eine Person selbstständig kann, hängt nicht nur von der Diagnose ab, sondern auch von Tagesform, Umgebung, Begleiterkrankungen und vertrauten Routinen.
Regelmäßige Aktivität unterstützt Herz-Kreislauf-Gesundheit, Kraft, Gleichgewicht und Schlaf. Bei Menschen mit Demenz können alltagsnahe Übungen dazu beitragen, Funktionen länger zu nutzen. Die Wirkung auf den individuellen Krankheitsverlauf lässt sich jedoch nicht versprechen.
Geeignet können sein:
Kurze Anweisungen, Vormachen und eine ruhige Umgebung erleichtern die Teilnahme. Übungen werden an Seh- und Hörvermögen, Sturzrisiko, Medikamente und Tagesform angepasst. Angehörige oder vertraute Begleitpersonen können Orientierung geben.
Weglauftendenz, Kreislaufprobleme oder akute Verwirrtheit erfordern besondere Planung. Neue Verwirrtheit kann durch Infektion, Medikamente oder andere akute Erkrankungen ausgelöst sein und gehört ärztlich beurteilt.
Körperliche Inaktivität zählt zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für kognitiven Abbau. Bewegung kann das Risiko auf Bevölkerungsebene senken, verhindert Demenz beim einzelnen Menschen aber nicht sicher. Ebenso wenig ist eine Erkrankung die „Schuld“ mangelnder Bewegung.
Plötzliche Verwirrtheit, neue Lähmung, Sprachstörung, Sturz mit Verletzung, Brustschmerz oder Atemnot sind akut abklärungsbedürftig; bei Schlaganfallzeichen gilt 112.
Individuell betreutes Training kann einfache, wiederkehrende Kraft- und Ausdaueraufgaben anbieten. Ob das Setting passend ist, wird mit Betroffenen, Angehörigen und behandelndem Team abgestimmt. Eine durchgehende Einzelbetreuung oder spezielle Demenzversorgung kann nicht vorausgesetzt werden.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.